Die Berufsunfähigkeitsversicherung – für die private Vorsorge
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Privatversicherungen, und damit ein unverzichtbarer Baustein der privaten Vorsorge. Eine private Unfallversicherung haftet nur bei unfallbedingter Berufsunfähigkeit, während eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei krankheitsbedingter Berufsunfähigkeit zahlt.In der Regel zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent.
Besonders ratsam ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Menschen, die ab dem 1.1.1961 geboren sind. Sie erhalten nur noch geringe Leistungen der staatlichen Erwerbsminderungsrente. Bestimmte Gruppen, wie z.B. Hausfrauen oder Studenten, erhalten überhaupt keine Leistungen, da mindestens 5 Jahre lang Beiträge eingezahlt werden müssen. Aber gerade auch für Arbeitnehmer ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, denn die Höhe der gesetzlichen Altersrente reicht oft nicht aus um die Einnahmeverluste beim Eintreten einer Berufsunfähigkeit zu kompensieren.
Arten:
Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Berufsunfähigkeitsversicherungen.
a) Die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ)
Sie ist an eine Risiko-Lebensversicherung oder eine Rentenversicherung gekoppelt, die im Todesfall zusätzliche Leistungen erbringt. Dank relativ geringer Beitragshöhen ist die BUZ oft erste Wahl.
b) Die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU)
Sie bietet im Normalfall keine Leistungen bei Eintreten des Todesfalles, ist aber meistens teurer, da der Versicherte nicht von der Überschussbeteiligung der Risiko-Lebensversicherung profitiert.
Höhe:
Wie hoch die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung sein sollen, hängt von den individuellen Bedürfnissen ab. In der Regel werden die Ansprüche aus der gesetzlichen Altersrente bei der Ermittlung der notwendigen Versicherungssumme berücksichtigt.
Dauer:
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte eine Laufzeit bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter aufweisen.
Beitragsbestimmende Faktoren:
Die Höhe der Versicherungsprämie ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. So bestimmen Alter, Geschlecht, Beruf, Vorerkrankungen und Leistungshöhe der Berufsunfähigkeitsversicherung den zu zahlenden Beitrag.
Besonderes:
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung erhält nicht jeder. Eine Vielzahl von Anfragen werden von den Versicherungsgesellschaften abgelehnt. Grund dafür ist meistens ein nicht ausreichender Gesundheitszustand. Bei der Antragstellung ist eine umfassende Gesundheitsprüfung obligatorisch. Anzugeben sind Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Operationen und auch psychologische Behandlungen. Macht der Versicherungsnehmer falsche oder unvollständige Angaben, so ist die Versicherungsgesellschaft berechtigt die Leistung zu verweigern.
Probleme gibt es oft auch mit der sogenannten "Verweisungsklausel." Demnach kann die Versicherungsgesellschaft im Leistungsfall den Versicherten auf einen beliebigen Beruf verweisen (abstrakte Verweisung), oder auf einen Beruf der seiner bisherigen Ausbildung und Lebensstellung entspricht (konkrete Verweisung). Auf eine abstrakte Verweisung wird heute meistens verzichtet.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine finanzielle Absicherung beim Verlust der eigenen Arbeitskraft, und damit eine unverzichtbare Versicherung.
Bei der Vielzahl von Tarifen und Bedingungen empfiehlt sich ein Versicherungsvergleich, damit Sie das für Sie individuell passende Angebot erhalten.